Feuerwehraktionswoche im Landkreis Ansbach eröffnet

Spektakuläre Übung mit 23 Verletzten zeigt Leistungsfähigkeit der Feuerwehren – rund 230 Zuschauer verfolgen Einsatz in Oberdachstetten

Oberdachstetten – Mit einer umfangreichen Einsatzübung ist am Samstag die Feuerwehraktionswoche 2026 im Landkreis Ansbach eröffnet worden. Unter dem Motto „Viele Gesichter. Eine Heimat.“ stehen vom 25. September bis 4. Oktober die Menschen hinter den Freiwilligen Feuerwehren und insbesondere die Kinder- und Jugendfeuerwehren im Mittelpunkt.

Gegen 17 Uhr heulten in Oberdachstetten die Sirenen. Für die beteiligten Einsatzkräfte stellte sich die Lage zunächst dramatisch dar: Ein Bus war von der Straße abgekommen und in Hanglage gegen ein Auto geprallt. Der Fahrer des Autos wurde durch den Aufprall eingeklemmt. Im Bus befanden sich zahlreiche verletzte Fahrgäste, die gerettet und versorgt werden mussten. Insgesamt galt es, 23 Verletzte zu betreuen.

Unter der Einsatzleitung von Kreisbrandmeister Erwin Häßlein arbeiteten sieben Feuerwehren die Übung ab. Neben der Rettung der Verletzten aus dem Fahrzeug kamen verschiedene technische Rettungsmittel wie hydraulische Schere, Spreizer und Rettungszylinder zum Einsatz. Gleichzeitig mussten die Einsatzkräfte den Brandschutz sicherstellen. Eine Nebelmaschine simulierte dabei den Austritt von Rauch.

Die geretteten Patienten wurden anschließend an das ebenfalls beteiligte Bayerische Rote Kreuz übergeben. Trotz zahlreicher parallel abzusichernder Veranstaltungen unterstützte das BRK die Übung mit seinen Einsatzkräften. Auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) des Landkreises Ansbach war in die Einsatzleitung eingebunden. Insgesamt waren rund 85 Einsatzkräfte an der Übung beteiligt.

Das Geschehen verfolgten rund 230 Zuschauerinnen und Zuschauer vor Ort. Besonders viele Familien mit Kindern waren unter den Gästen. Damit wurde auch der Schwerpunkt der diesjährigen Feuerwehraktionswoche sichtbar: Die Freiwillige Feuerwehr soll ein Ort sein, an dem Menschen unabhängig von Alter und Hintergrund Gemeinschaft erleben und Verantwortung übernehmen können.

„Viele Gesichter. Eine Heimat.“ lautet deshalb das Motto der diesjährigen Aktionswoche. Kreisbrandrat Thomas Müller bedankte sich bei den zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern und warb zugleich für die Feuerwehren im Landkreis. Besonders die jüngere Generation sprach er an: Bereits in der Kinder- oder Jugendfeuerwehr können Mädchen und Jungen erste Erfahrungen sammeln, Gemeinschaft erleben und sich auf eine spätere Tätigkeit in der Feuerwehr vorbereiten.

Auch Landrat Marco Meier zeigte sich von der Übung beeindruckt. Zugleich verwies er auf den sinnvollen Einsatz von Mitteln für feuerwehrtechnische Ausstattung. Bei einer solchen Übung werde besonders deutlich, welchen praktischen Nutzen moderne Geräte für die Arbeit der Feuerwehren haben.

Oberdachstettens Bürgermeisterin zeigte sich angesichts des Zusammenspiels der verschiedenen Organisationen ebenfalls beeindruckt und eröffnete ihre Ansprache mit einem „Wow“. Die Übung habe eindrucksvoll gezeigt, was durch gute Zusammenarbeit erreicht werden könne.

Eine besondere Rolle spielte dabei der für die Übung eingesetzte Bus. Dieser wurde eigens mit größerem Aufwand für die Veranstaltung beschafft. Nach der Eröffnungsübung soll er den Feuerwehren aus dem Landkreis in Oberdachstetten künftig für Ausbildungs- und Übungszwecke zur Verfügung stehen. Damit bleibt das Fahrzeug auch über die Aktionswoche hinaus für die Feuerwehrausbildung nutzbar.

Die Feuerwehraktionswoche läuft noch bis zum 4. Oktober. Im gesamten Landkreis finden in dieser Zeit verschiedene Veranstaltungen, Übungen und Aktionen der Feuerwehren statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich über die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren zu informieren und selbst Teil der Gemeinschaft zu werden.

Text und Fotos: Tizian Gerbing