14 Feuerwehrkräfte schließen ersten Feuerwehrsanitäter-Pilotlehrgang
Pilotprojekt in Burgoberbach schafft einheitliche medizinische Ausbildungsstandards und stärkt die Erstversorgung durch Feuerwehren
Burgoberbach – 14 Feuerwehrangehörige aus dem gesamten Landkreis Ansbach haben am vergangenen Samstag den ersten Pilotlehrgang zum Feuerwehrsanitäter erfolgreich abgeschlossen. Mit dem neuen Ausbildungsangebot soll die medizinische Qualifikation der Einsatzkräfte gestärkt und eine einheitliche Ausbildung im Landkreis geschaffen werden.
Initiiert wurde das Projekt von Kreisbrandmeister Raimund Großberger, zuständig für den Fachbereich Ausbildung, gemeinsam mit weiteren Ausbildern. Ziel war es, ein einheitliches Ausbildungskonzept zu entwickeln und Erfahrungen aus bisherigen Sanitätslehrgängen sowie die Expertise verschiedener Rettungsdienstorganisationen einzubinden. Gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz und weiteren Organisationen wurde ein Konzept erarbeitet. Daraus sollen künftig auch Multiplikatoren hervorgehen, die ihr Wissen an weitere Feuerwehrangehörige weitergeben und so ein flächendeckendes Lehrgangsangebot ermöglichen.
Die medizinische Erstversorgung gehört immer häufiger zu den Aufgaben der Feuerwehren. Insbesondere bei Reanimationen oder medizinischen Notfällen werden Einsatzkräfte gefordert, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Eine fundierte Ausbildung ermöglicht es ihnen, in solchen Situationen qualifiziert Erste Hilfe zu leisten und den Rettungsdienst gezielt zu unterstützen.
Der Pilotlehrgang umfasste insgesamt 80 Unterrichtseinheiten. Die Teilnehmer beschäftigten sich unter anderem mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen, Anatomie, verschiedenen Krankheitsbildern, Reanimation und dem Einsatz automatisierter externer Defibrillatoren (AED). Weitere Inhalte waren Atemwegsmanagement, Sauerstoffgabe, Traumaversorgung, psychosoziale Notfallversorgung sowie die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst.
Am Feuerwehrhaus Burgoberbach fanden am vergangenen Samstag die abschließenden theoretischen und praktischen Prüfungen statt. An mehreren Stationen mussten die Teilnehmer ihr erlerntes Wissen unter Beweis stellen. Dabei wurden unter anderem eine Reanimation, ein Krampfanfall und Kreislaufprobleme als praktische Szenarien behandelt.
Die Ausbildung wurde durch Fachpersonal aus Feuerwehr und Rettungsdienst sowie eine begleitende Ärztin durchgeführt. Grundlage bilden die Richtlinien der Kreisbrandinspektion Ansbach und der bayerische Leitfaden für örtliche Einrichtungen organisierter Erster Hilfe. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Pilotlehrgangs ist ein erster Schritt zur Vereinheitlichung der medizinischen Ausbildung im Landkreis getan. Künftig sollen weitere Feuerwehrangehörige qualifiziert und als Ausbilder eingebunden werden. Auch regelmäßige Auffrischungsangebote sind vorgesehen.
Text/Fotos: Tizian Gerbing





