Versammlung: KFV Ansbach stellt Weichen für die Zukunft
Versammlung informiert über neue Vorstandsmitglieder, gemeinsame Fahrzeugbeschaffung, Ausbildung und Katastrophenschutz – neue Fachbereiche und Lehrgangsangebote vorgestellt
Der Kreisfeuerwehrverband Ansbach hat sich am 2. November zu seiner turnusmäßigen Versammlung getroffen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen auf Landes- und Bundesebene, Veränderungen innerhalb der Vorstandschaft sowie neue Schwerpunkte in Ausbildung, Katastrophenschutz und Öffentlichkeitsarbeit. Kreisbrandrat und Verbandsvorsitzender Christian Schmidt informierte die anwesenden Vertreter der Feuerwehren über zahlreiche Neuerungen.
Neue Vorstandschaft und gemeinsame Fahrzeugbeschaffung
Zu Beginn berichtete Christian Schmidt über aktuelle Entwicklungen aus dem Landesfeuerwehrverband Bayern. Ein wichtiges Thema ist dabei die Sammelbeschaffung von Löschgruppenfahrzeugen LF 10. Bayernweit wurden im Rahmen des Projekts bereits 179 Fahrzeuge bestellt. Aus dem Landkreis Ansbach gab es zehn Interessensbekundungen, aus denen fünf Bestellungen hervorgingen. Die weitere Zeitschiene sieht voraussichtlich Bestellungen im Jahr 2026 und Auslieferungen zwischen 2027 und 2029 vor.
Auch in der Vorstandschaft des Kreisfeuerwehrverbandes gab es Veränderungen. Mit seiner Wahl zum Kreisbrandrat übernimmt Christian Schmidt zugleich den Vorsitz des Verbandes. Als neue stellvertretende Vorsitzende wurden Kreisbrandinspektor Christian Loy und Kreisbrandinspektor Bernd Wimmer vorgestellt.
Landrat Marco Meier richtete ebenfalls Grußworte an die anwesenden Feuerwehrvertreter. Dabei ging er auf die Geschichte des Kreisfeuerwehrverbandes und dessen Bedeutung für den Landkreis ein. Ein funktionierendes Netzwerk und ein gemeinsames Vorgehen seien wichtige Voraussetzungen für einen leistungsfähigen Brand- und Katastrophenschutz. Christian Schmidt warb zudem für die Angebote des Kreisfeuerwehrverbandes. Die Mitgliedsfeuerwehren könnten von den vielfältigen Unterstützungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten profitieren, die der Verband bereitstelle.
Neue Verantwortliche für Fachbereiche
Auch innerhalb des Kreisfeuerwehrverbandes wurden organisatorische Neuerungen vorgestellt. Aufgrund einer Anpassung auf Landesebene wurde der Fachbereich 14 für CBRN-Gefahren eingerichtet. Die Abkürzung CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Die Verantwortung für diesen Bereich übernimmt Kreisbrandmeister Manfred Grasser, der bereits bisher im Landkreis für die ABC-Gefahrenabwehr zuständig war.
Neu besetzt wurde außerdem der Fachbereich 6 für Öffentlichkeitsarbeit. Als zuständiger Ansprechpartner wurde Tizian Gerbing offiziell vorgestellt. Er übernimmt künftig die Öffentlichkeits- und Medienarbeit sowie die Betreuung der Webseiten des Kreisfeuerwehrverbandes. Gerbing bringt Erfahrungen aus der Medienarbeit beim Roten Kreuz mit. Auch beruflich ist er im Medienbereich tätig. Zu den ersten Vorhaben gehören die Umgestaltung und Restaurierung der Webseite des Kreisfeuerwehrverbandes, die mediale Begleitung größerer Veranstaltungen sowie die Nachberichterstattung zu bedeutenden Einsätzen. Zudem sollen für die Feuerwehren künftig Angebote wie Kurse zur Pressearbeit, zur Nutzung sozialer Medien und zum Umgang mit Interviews entstehen.
Über aktuelle Entwicklungen im Bereich Ausbildung informierte Kreisbrandmeister Raimund Großberger. Ein besonderer Schwerpunkt ist dabei ein neues Pilotprojekt: die Ausbildung zur Feuerwehrsanitäterin beziehungsweise zum Feuerwehrsanitäter. Der Lehrgang wird derzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Burgoberbach durchgeführt und soll am kommenden Samstag, 7. November, mit den abschließenden Leistungsfeststellungen enden. Zu diesem Thema erfolgt eine gesonderte Berichterstattung.
Katastrophenschutz: Von Hilfeleistungskontingenten zu Fähigkeitsgruppen
Kreisbrandinspektor Bernd Wimmer berichtete aus dem Fachbereich Katastrophen- und Zivilschutz über die geplante Weiterentwicklung der bayerischen Hilfeleistungskontingente. Künftig sollen diese stärker in kleinere, bedarfsgerechte Fähigkeitsgruppen aufgeteilt werden.
Hintergrund sind Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen. So unterstützten zuletzt am 2. Juni 2024 rund 115 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Ansbach mit 23 Fahrzeugen die Hochwassergebiete im Landkreis Augsburg. Dabei zeigte sich, dass die bisherigen Kontingentsgrößen nicht für jede Einsatzlage geeignet sind. Das neue Konzept soll die Flexibilität und Führbarkeit verbessern und eine überregionale Hilfe ermöglichen.
Finanzen, Ausstattung und Brandschutzerziehung
Kassier Daniel Mogge stellte den Kassenbericht des Verbandes vor. Die Kassenprüfer, vertreten durch Jörg Scheerbaum, bestätigten nach ihrer Prüfung die ordnungsgemäße Kassenführung und sprachen sich für die Entlastung des Kassiers aus. Zu den größeren Ausgaben im vergangenen Jahr gehörte die Beschaffung von Anhängern für die Kinder- und Jugendfeuerwehren. Außerdem unterstützte der Kreisfeuerwehrverband erneut die Durchführung von Fahrsicherheitstrainings und übernahm hierfür die anfallenden Kosten. Abschließend stellte Stefan Sterner, zuständig für die Brandschutzerziehung, einen neuen Koffer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern vor. Mit den enthaltenen Materialien und Anschauungsmöglichkeiten sollen insbesondere Kindern wichtige Brandschutzregeln und das richtige Verhalten im Brandfall auf spielerische Weise vermittelt werden.
Text: Tizian Gerbing
Fotos: Kevin Weddig








